Leonardo da Vinci war ein Hell-Dunkel-Meister, der später Pionierarbeit im Sfumato leistete. Dies bedeutete, "wie Rauch zu verschwinden". Dabei wurden Schichten dünner Glasuren aufgetragen, um einen nebligen, fast ätherischen Effekt zu erzielen.

Caravaggio spielte eine Hauptrolle bei der Schaffung des Tenebrismus, einem anderen Stil, der sich auf den intensiven Kontrast zwischen dunklen und hellen Elementen eines Gemäldes konzentrierte. Diese Technik ist zu einem wichtigen Stilmerkmal der Barockzeit geworden.

Viele Ableger dieser Techniken sind bis zum heutigen Tag auch in der zeitgenössischen Kunst noch zu finden.

Helldunkel, Tenebrismus und Sfumato wurden und werden von Künstlern zu verschiedenen Zwecken eingesetzt. Man kann damit

-  ein geheimnisvolles, intimes Gefühl erzeugen 
-  eine psychologische Komplexität schaffen
-  alptraumhafte Realitäten oder eindringliche dramatische Begegnungen widergeben

Chiaroscuro - Leonardo da Vinci

Sfumato - Rembrandt

Tenebrismus - Gerard van Honthorst

Für den Maler von heute ist dramatische Beleuchtung ein Werkzeug, das mit Bedacht eingesetzt werden muss. Wenn der Fokus eines Gemäldes auf der Form von Objekten oder der Form einer Figur liegt, kann Chiaroscuro außerordentlich hilfreich sein. Starkes gerichtetes Licht hebt Details und Merkmale hervor und verleiht ein wahres und verblüffendes dreidimensionales Erscheinungsbild.

Während Chiaroscuro Porträts manchmal etwas rauh erscheinen lässt, wirken sie bis zu einem gewissen Grad unnatürlich oder einfach zu dramatisch für das, was der Künstler zu porträtieren versucht.

Nun,ich denke, Du wirst in der Lage sein selbst zu entscheiden, ob das Vorhandensein eines hohen Kontrasts in Deinem Kunstwerk der Gesamtbotschaft des Gemäldes hilft oder nur schadet.

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