Kunstlexikon

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Absorbierende Grundierung

Eine absorbierende Grundierung ist ein Grundierverfahren, das den Farben das Öl entzieht, sie matt macht und die Trocknungszeit stark beschleunigt.

Von der Firma Golden gibt es diese Grundiermasse inzwischen auch in Deutschland (bei Boesner) unter dem Namen Absorbent Ground.

Nach dem Aufstreichen und Austrocknen hat diese Grundierung eine beinahe papierartige, poröse Oberfläche. Damit lassen sich mit Ölfarben aquarellartige Bilder malen.

In der Kunstgeschichte finden wir gute Anwendungsbeispiele: William Turner (1775 – 1851 - Bild rechts) hat seine Bilder absorbierend grundiert.

Gerhard Richter

Abstrakte Kunst

Historisch gesehen ist abstrakte Kunst eine legitime Kunstform, die inzwischen mehr als 100 Jahre alt ist.

Der amerikanische Künstler Arshile Gorky hat vielleicht die treffendste Beschreibung geliefert: "Durch Abstraktion kann der Mensch mit seinem Verstand sehen, was er mit seinen Augen physisch nicht sehen kann".

Abstraktion bedeutet wörtlich die Distanzierung einer Idee von objektiven Referenzen. 

Auf die bildende Kunst übertragen bedeutet das, eine Darstellung von wörtlichen, gegenständlichen Bezugspunkten abzuwenden. 
Zu malen, was man fühlt, und nicht das, was man sieht. 

Es geht also darum, mit Formen, Farben, Komposition und gestischen Zeichen eine Wirkung zu erzielen.

Achromatische Farben
Als achromatische Farben werden “unbunte” Farben bezeichnet, denen keine Tönung beigemischt ist. Also Schwarz, Weiß und Grau.

Acryl-Gesso
Acryl-Gesso verwendet man speziell zum Grundieren von Malgründen für Acrylbilder.
IIm Gegensatz zu herkömmlichem bleibt Acryl-Gesso flexibel und eignet sich daher optimal zum Grundieren von Leinwand, Papier und Malplatten. Es schafft gleichmäßig saugende Untergründe.

Acrylbinder
Acrylbinder ist ein Reinacrylat und dient bei Acrylfarben der Bindung der einzelnen Farbpigmente.
Man kann Acrylbinder auch gut zum Grundieren, Lasieren und Verkleben benutzen. Oder zur Herstellung von eigener Acrylfarbe.

Acrylfarben
Acrylfarben sind wasserlösliche Farben, die heute vielerorts als Ergänzung oder Ersatz für Ölfarbe in die Ateliers Einzug gehalten haben.
Die getrocknete Farbe ist leicht glänzend und bildet einen elastischen, wasserfesten und relativ unempfindlichen Film auf dem Malgrund.

Action Painting

Ein Malstil und eine Methode, die eine intensive körperliche Aktivität erfordern, insbesondere in Verbindung mit der New York School of Abstract Expressionism. Jackson Pollock verwendete oft diese Technik, bei der Farbe mit schnellen, kraftvollen und impulsiven (ungeplanten) Bewegungen aufgetragen wurde. Der Prozess diktierte das Thema. Der Begriff wurde Anfang der 1950er Jahre vom Kunstkritiker Harold Rosenberg geprägt.

Additive
Additiv bedeutet eigentlich “etwas hinzufügen”. Additive gibt es für die Acrylmalerei: sie erhalten die Geschmeidigkeit, aber steuern die Glanzwirkung und den Trocknungsprozess der Acrylfaben.

Akademische Kunst

Unterricht nach festgelegten Regeln an offiziellen Kunstschulen oder Akademien, die sich ab dem frühen 18. Jahrhundert in Europa zu vermehren begannen. 
Die Londoner Royal Academy und die Ecole des Beaux Arts in Paris boten strukturierte Lehrpläne an, die sich auf Historienmalerei, Porträts, Landschaften, Stillleben und Genres in dieser Reihenfolge konzentrierten. Der Unterricht reichte vom Zeichnen von klassischen Statuen oder Gipsabgüssen über das Modellieren von Akten bis hin zum realistischen Malen. 
Da die Akademien des 19. Jahrhunderts in Europa und Amerika eher konservativ waren und von Männern dominiert wurden, bedeutet der Begriff akademische Kunst das, was traditionell ist und das Gegenteil von innovativ oder kreativ. 
Im 20. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Abstraktion hat der Begriff akademische Kunst negative Konnotationen, die darauf hindeuten, dass eine Arbeit auf Wissen, Intellekt und technischem Fachwissen beruht und keine emotionale Inspiration bietet.

Akzent

Von einem Akzent spricht man, wenn ein Künstler bestimmte Elemente in einem Gemälde hervorhebt, damit die Arbeit mehr Aufmerksamkeit erregt. Der Akzent kann sich auch auf die Details beziehen, die ein Objekt oder Kunstwerk definieren.

Airbrush
Spritzpistole, die etwas größer als ein Füllfederhalter ist und ein glattes, gleichmäßiges Finish erzeugt. Das Gerät hat einen Zylinder, der die Luft komprimiert und sich am Ende erweitert. An dem Punkt, an dem sich die Luft ausdehnt, verbindet sie sich mit Farbe, die aus einem angeschlossenen Behälter zugeführt wird. 
Die Airbrush wurde 1893 von Charles Burdick, einem Engländer, patentiert.

Alla prima
Der Begriff “Alla prima” kommt aus dem Italienischen und ist eine andere Bezeichnung für Nass-in-Nass. Alla prima wird bei der Ölmalerei angewendet und erfordert eine schnelle und konzentrierte Malweise. Nasse Farbschichten werden auf nasse Untermalungen gemalt.

Anti-Art 

Der von dem Franzosen Marcel Duchamp (ca. 1914) eingeführte Begriff für eine Kunstform, Dada oder in seiner Tradition, wo konventionelle Formen und Theorien abgelehnt werden. Dies kann sich auf ihre Materialien, Techniken oder Darstellungsmethoden beziehen.

Aquarell


Das Wort Aquarell (aquarelle) stammt aus dem Französischen und bedeutet Wasserfarbe. 
Aquarellfarbe besteht aus einigen einfachen Zutaten, aber die beiden Hauptkomponenten sind das Pigment (das liefert die Farbe) und das Bindemittel (normalerweise Gummi arabicum). Aquarellfarben enthalten auch einige andere Zusätze, die das Aussehen der Farbe, die Leistung der Farbe und die Haltbarkeit des Produkts verändern.

Hans Holbein

Aquatinta 

Eine Ätz- oder Gravurtechnik, die zur Tiefdrucktechnik gehört. Im Gegensatz zur Radierung konzentriert man sich bei der Aquatinta nicht auf die Linie, sondern auf die Fläche. Man schafft also mehr tonale als lineare Effekte.  

Die Druckplatte wird mit Kolophonium bestäubt. Danach wird diese Staubschicht aufgeschmolzen, indem man die Platte von unten erwärmt. Die körnige Textur, die man in vielen Drucken sieht, entsteht durch diese Staubschicht. 

Jedes einzelne Staubkorn schützt bei der anschließenden Ätzung das darunterliegende Metall. Mit einem feinen Aquarellpinsel und einem Stoppmedium (z.B. Asphalt) beginnt der Künstler, zuerst die weißesten Teile des Bildes festzulegen. Nach dem Zeichnen dieses Abschnitts wird die Kupferplatte in ein Säurebad getaucht und geätzt. Als nächstes werden die Bereiche, die einem etwas dunkleren Ton entsprechen, auf die Platte gezeichnet. Die Druckplatte wird in erneut in ein Säurebad getaucht und geätzt.

Normalerweise wird die Platte sieben- bis neunmal gezeichnet und geätzt, um den gesamten Bereich von Licht bis Dunkel zu erreichen.

Arabeske

Arabeske ist ursprünglich ein architektonischer Begriff, der für Dekorationen verwendet wird, bei denen Blätter, Blumen, Tiere und andere Figuren im arabischen Stil anmutig miteinander verwoben sind - daher der Name.