Kunstlexikon

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Balthasar van der Ast

Barock

Kunstepoche der westlichen Kunstgeschichte, die in etwa mit dem 17. Jahrhundert zusammenfällt. 

Die frühesten Erscheinungen in Italien stammen aus den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts, während in einigen Regionen, insbesondere in Deutschland und im kolonialen Südamerika, bestimmte Höhepunkte des Barock erst im 18. Jahrhundert erreicht wurden. 

Das Werk, das die Barockzeit auszeichnet, ist stilistisch komplex, ja widersprüchlich. 

Im Allgemeinen liegt jedoch der Wunsch zugrunde, emotionale Zustände hervorzurufen, indem die Sinne oft auf dramatische Weise angesprochen werden. 

Einige der Eigenschaften, die mit dem Barock am häufigsten verbunden sind, sind Größe, sinnliche Fülle, Dramatik, Vitalität, Bewegung, Spannung, emotionaler Überschwang und die Tendenz, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Künsten zu verwischen.

Wichtigste Künstler des Barock: Caravaggio, Rembrandt, Peter Paul Rubens, Diego Velázquez, Nicolas Poussin

Lionel Feininger

Bauhaus

1919 gründete Walter Gropius in Weimar eine staatliche Schule für Architekten, Künstler und Industriedesigner, an der modernes, funktionales Design unterrichtet wurde. Es wurden neue Produktionsverfahren erprobt und den Studenten Raum gegeben, eine neue, zeitgemäße Designsprache zu entwickeln. Zu einer Zeit, in der sich nur eine elitäre oberste Schicht (Jugendstil) Design leisten konnte, ging das Bauhaus von dem Ideal aus, schönes und praktisches Design für jedermann zugänglich zu machen.

Die Ziele des Bauhauses waren:

  • eine gründliche handwerkliche Ausbildung
  • Schaffung hochwertiger technischer und ästhetischer Produkte
  • Betonung der Produktfunktionalität
  • Erschwingliche Produkte durch industrielle Produktionsprozesse liefern
  • Zusammenarbeit innerhalb der Kunstdisziplinen zu einem Gesamtkunstwerk
  • Integration von Kunst in das tägliche Leben
  • Neben Grundfächern wie Form und Farbe, Komposition, Zeichnen, Malen, Skulptur und Kunst wurden die Schüler in Metall- und Holzbearbeitung, Weberei, Keramik, Glasmalerei, Fotografie, Werbung, Grafikdesign, Möbelherstellung, Theatertechnik und Theater unterrichtet. Alle diese Formen sollten der Architektur dienen.

Bienenwachs 

Wachs aus Bienenwaben, das als Medium für das Modellieren, für die Enkaustikmalerei, für Wachslacke, für Ätzgründe, als Resist für Batiken und für andere Techniken und Medien verwendet wird.


Binder


1. Als Binder (oder Bindemittel) bezeichnet man den Inhaltsstoff in der Farbe, der die Pigmentpartikel aneinander haftet. Es schafft eine einheitliche Konsistenz, Solidität und Kohäsion der Farbe.

2. (Acryl-) Binder: Reinacrylat, vereinfacht eine Acylfarbe ohne Pigmente, also völlig farblos. Man verwendet einen Binder in der Acrylmalerei zum Grundieren, zum Lasieren, als Zwischenfirnis und zum Herstellen von Acylfarben.

Biomorphic Art 

Abstrakte Kunst, deren Formen lebenden Organismen ähneln. Die Formen sind abgerundet, wirken anmutig und haben eher die Konturen von Pflanzen und Tieren als harte geometrische Formen. Der Surrealist Yves Tanguy verwendete in seinen Gemälden häufig biomorphe Formen.


Bister

Bister ist ein gelbbraunes Farbpigment, hergestellt aus dem Ruß und Teer von verbranntem Holz, aus Schellack oder der gemahlenen Schale von Walnüssen und arabischem Gummi. Das Wort Bister kommt aus dem Französischen und steht für braun, haselnussfarben, dunkel- oder schokoladenbraun.
Bister eignet sich nicht nur zum Zeichnen, sondern auch zum Beizen von Holz.
Der große Nachteil besteht in der Lichtempfindlichkeit. Bisterzeichnungen, die vollem Sonnenlicht ausgesetzt sind, verschwinden mit der Zeit.

Yves Tanguy

Blutende Farben

Blutende Farben erhält man, wenn man einen nassen Farbauftrag gegen einen anderen nassen Farbauftrag setzt. Beim Aquarellieren ist das gewollt, bei der Ölmalerei jedoch kann es leicht zur Katastrophe führen. Besser ist, man läßt eine Farbschicht vorher etwas antrocknen.

Body

Der “Body” einer Farbe sagt etwas über die Fließbarkeit und Konsistenz der Farbe aus. “Heavy Body” (findet man bei den Acrylfarben) ist also eine Farbe mit beinahe butterartiger Konsistenz und hohem Pigmentanteil.

Bottega


Der italienische Begriff bedeutet Workshop oder Studio und bezieht sich auf einen Ort, an dem ein aufstrebender Künstler von einem Meisterkünstler lernt. Eine Bottega kann auch eine Art Praktikum sein, in dem Assistenten einem Maler oder Bildhauer helfen, ein Werk auszuführen, das die Unterschrift des betreuenden Künstlers - des Meisters - trägt. 

Während der italienischen Renaissance befanden sich in Florenz etwa 30 "Botteghe", und eine der bekanntesten wurde von Leonardo Da Vinci beaufsichtigt.