Kunstlexikon

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Kalligraphie

Kalligraphie, die Kunst der schönen Handschrift. 

Der Begriff ist wahrscheinlich von den griechischen Wörtern für "Schönheit" (Kallos) und "Schreiben" (Graphein) abgeleitet. Kalligraphie setzt eine sichere Kenntnis der richtigen Form von Buchstaben voraus und die Fähigkeit, diese Buchstaben und Zeichen so wiederzugeben, dass ein sachkundiges Auge eine Komposition erkennt. Kalligraphische Arbeiten müssen als Kunst nicht im üblichen Sinne des Wortes lesbar sein.

Im Nahen Osten und in Ostasien ist die Kalligraphie bis heute eine bedeutende Kunstform, die der Bildhauerei oder der Malerei gleichkommt.

Bea Jakob

In der westlichen Kultur haben die einfacheren griechischen und lateinischen Alphabete und die Alphabetisierung dazu geführt, dass Handschrift im Prinzip eine Kunst ist, die jeder praktizieren kann. 

Nach der Einführung des Drucks in Europa Mitte des 15. Jahrhunderts ergab sich jedoch eine klare Unterscheidung zwischen Handschrift und ausgefeilteren Formen von Skripten und Schriftzügen. Tatsächlich kamen gegen Ende des 16. Jahrhunderts neue Wörter mit der Bedeutung „Kalligraphie“ in die meisten europäischen Sprachen, und auf Englisch tauchte das Wort Kalligraphie erst 1613 auf. Das Schreiben von Büchern vom 16. Jahrhundert bis heute unterscheidet weiterhin zwischen gewöhnlicher Handschrift und der dekorativeren Kalligraphie.

Kalligraphie ist nicht genau dasselbe wie „Lettering“.
Lettering ist eigentlich komplexer als die Kalligraphie: Hier geht es nicht nur um Buchstaben, sondern um eine Kombination aus Typografie, Plakatmalerei, Graffiti, Grafikdesign und vielen andere Disziplinen.

Lettering und Kalligraphie sind daher zwei verschiedene Disziplinen.

Lettering kann eine wunderbar ausgeführte Schreibtechnik sein, ohne ein individuelles Kunstwerk sein zu müssen (was die Kalligraphie anstrebt). Andererseits kann die chinesische Kalligraphie (zum Beispiel) die schönste Kunst sein, aber sie beinhaltet keinerlei Buchstaben.

Es gibt eine große Überschneidung zwischen Kalligraphie und Lettering. Aber ihre Zwecke sind nicht die gleichen.

Keramik

Keramik entsteht durch Erhitzen von Ton bei sehr hohen Temperaturen in einem Ofen. Aus Keramik können sowohl Porzellan, Steingut und Skulpturen sein. 

Komposition

Unter Komposition versteht man das Planen, Platzieren oder Anordnen von Elementen und Formen, hellen und dunklen Bereichen in einem Bild.

Konzeptkunst

In der Konzeptkunst ist die Idee oder das Konzept der wichtigste Aspekt der Arbeit. Wenn ein Künstler eine konzeptuelle Kunstform verwendet, bedeutet dies, dass alle Planungen und Entscheidungen im Voraus getroffen werden und die Ausführung eine oberflächliche Angelegenheit ist.

Konstruktivismus

Eine Kunstbewegung, die ihre Anfänge 1914 in Russland nahm und sich an Collagen orientierte. 

Krakelee

Geflecht von Rissen, das manchmal auf Farbe und Lack eines Ölgemäldes auftritt, wenn die Farbe altert und sich absetzt. Auch als Craquelure bekannt.

Ein Krakelee kann auch durch Krakelee-Malmittel künstlich erzeugt werden und wird daher oft in der modernen Malerei als Stilmittel und Bildelement eingesetzt.

Kubismus

Der Kubismus entwickelte sich zwischen 1907 und 1914 in Frankreich zu einer kurzen, aber sehr bedeutenden künstlerischen Bewegung. 

In kubistischen Kunstwerken werden Objekte in abstrahierter Form aufgebrochen, analysiert und wieder zusammengesetzt. Anstatt Objekte von einem Standpunkt aus darzustellen, zeigt der Künstler das Subjekt aus einer Vielzahl von Gesichtspunkten, um das Subjekt in einem größeren Kontext darzustellen. 

Oft schneiden sich die Oberflächen in scheinbar zufälligen Winkeln und zeigen kein kohärentes Tiefengefühl. 

Die Hintergrund- und Objektebenen durchdringen sich gegenseitig, um den für den Kubismus charakteristischen mehrdeutigen flachen Raum zu erzeugen. 


Bild links: Lyonel Feininger