Kunstlexikon

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Paneel

Paneele sind eigentlich Holztafeln und waren bis zur Erfindung der Leinwand im 15. Jahrhundert weit verbreitet. In Flandern, Holland, Frankreich und England waren Eichenplatten am beliebtesten; in Deutschland und Österreich wurden Eiche, Buche, Limette, Kastanie und Kirschholz verwendet. In Italien nahm man auch Pappelholz. 

Auch heute noch werden Paneele von zumeist hyperrealistischen Künstlern verwendet, denn der Vorteil von Paneelen ist ihre extrem glatte Oberfläche, die sie ideal zum Malen feiner Details machen.

Panorama

Gemälde einer Ansicht oder Landschaft. Besonders großformatige Malerei in einem Raum oder auf einen Zylinder gerollt.


Malen einer Ansicht oder Landschaft; besonders großformatige Malerei um einen Raum oder auf einem Zylinder gerollt.

panorama

Panorama-Gemälde von Werner Tübke

Pastell

Stift aus Pigment, das mit Gummiarabikum und Wasser gemischt und in eine stäbchenförmige Form gepresst wurde, oder Arbeiten, die in diesem Medium ausgeführt wurden. Da Pastellfarben leicht und kreidig sind, wird das Wort auch verwendet, um blasse, helle Farben zu beschreiben.

Pastoral

Idealisierte Landschaft oder Szene.

Pensieri

kleine Modelle als Vorentwurf zu größeren Modellen bei der Herstellung von Skulpturen.

Perspektive

Ein Begriff, der sich auf die "Tiefe" eines Bildes bezieht, dh die Illusion eines dreidimensionalen Raums auf der zweidimensionalen Oberfläche des Bildes, wobei Formen im Hintergrund kleiner erscheinen als Formen im Vordergrund. 

Das "Einzelpunkt" - oder lineare Perspektivensystem wurde von Filippo Brunelleschi (1377-1446) in Florenz in Bezug auf seine Architektur entwickelt. Mathematisch so konstruiert, dass alle zurückgehenden parallelen Linien zueinander zu konvergieren scheinen und sich schließlich an einem einzigen Punkt (dem Fluchtpunkt) treffen, wurde diese Perspektivmethode von Künstlern ab dem frühen 15. Jahrhundert angewendet. 

Seltsamerweise entwickelten niederländische und flämische Maler des frühen 15. Jahrhunderts ihre eigene unabhängige Perspektivmethode. >> Mehr zum Thema

Perspektivische Verkürzung

In der Kunst bezieht sich der Begriff "Verkürzung" auf ein Verfahren zum Darstellen eines Objekts in einem Bild in der Tiefe. 

Stelle Dir zum Beispiel vor, wie ein stehender Mann von vorne gesehen in Bezug auf die Abmessungen aussieht. Stelle Dir nun vor, dass diese Figur sanft nach hinten fällt, bis sie sich in Längsrichtung auf den Boden streckt und mit den Füßen auf Dich zeigt. 

Wenn Du diese Figur skizzieren möchtest, schreibt das Gesetz der linearen Perspektive vor, dass Du sie kleiner erscheinen lassen musst, da der Kopf des Mannes weiter entfernt ist als seine Füße, um die Illusion der 'Tiefe' in der Zeichnung zu vermitteln. Am wichtigsten ist, dass Rumpf und Gliedmaßen der Figur in der Skizze zusammengedrückt oder gekürzt werden, um die optische Täuschung zu verstärken, dass ein Objekt kürzer erscheint, als es tatsächlich ist, wenn es in Richtung des Betrachters geneigt ist. 

Die Verkürzung wurde zum ersten Mal während des Quattrocento (15. Jahrhundert) von Malern in Florenz und von Francesco Squarcione (1395-1468) in Padua studiert, der dann den berühmten mantuanischen Hofkünstler Andrea Mantegna (1431-1506) unterrichtete.

Andrea Mantegna

Plains Art

nennt man die indianische Kunst, die von den Stämmen der Sioux, Commanche und Blackfeet in den westlichen Ebenen der Vereinigten Staaten praktiziert wird.

Plein Air

Plein Air ist ein französischer Ausdruck, der "unter freiem Himmel" bedeutet. Auf die Kunst übertragen: man malt oder zeichnet nicht im Atelier o.ä., sondern draußen in der Natur. 

Polymorphe Kunst

Vielgestaltiges Kunstwerk. Das Erscheinungsbild der Arbeit ändert sich je nach Position des Betrachters.

Polyptychon

Gemälde (oftmals ein Altarbild), bestehend aus mehr als 3 Teilen (siehe auch Diptychon, Triptychon).

Primärfarben

Rot, Blau und Gelb: die Farben, die gemischt werden können, um andere Farben zu erzeugen, aber nicht selbst aus Mischungen hergestellt werden können. Einen ganzen Artikel dazu findest Du >> HIER.

Primitive Kunst

Gemälde und Zeichnungen von Menschen außerhalb des Einflusses traditioneller westlicher Stile. Außerdem: Arbeiten von intuitiven Malern oder Bildhauern mit einem "naiven" Stil, der häufig auf mangelnde formale Kunstausbildung zurückzuführen ist.

Der Begriff "primitive Kunst" ist eine eher vage (und unvermeidlich ethnozentrische) Beschreibung, die sich auf die kulturellen Artefakte "primitiver" Völker bezieht - dh auf jene ethnischen Gruppen, die nach westlichen Maßstäben einen relativ niedrigen Standard der technologischen Entwicklung aufweisen.

Es umfasst afrikanische Kunst (südlich der Sahara), ozeanische Kunst (pazifische Inseln), Kunst der Aborigines (Australien) sowie andere Arten von Felskunst aus der Vorgeschichte sowie Stammeskunst aus (z. B.) Amerika und Südostasien. Der Begriff der "primitiven" Menschen stammt aus dem Zeitalter der Entdeckung (um 1500) und ist weitgehend (wenn auch nicht ausschließlich) mit einer christlich-kaukasischen Weltanschauung verbunden.

Man sollte jedoch beachten, dass der Begriff "primitive Kunst" normalerweise nicht verwendet wird, um chinesische, indische oder islamische Kunstwerke oder Werke aus einer der Hauptkulturen einschließlich ägyptischer, griechischer oder römischer Zivilisationen zu beschreiben.