Home     >     Ölmalerei     >     Zehn Tipps für Anfänger

  1. Versuche, Dir einen Arbeitsplatz einzurichten, wo Du ungestört malen kannst und vor allem: wo Dein Malzeug stehenbleiben kann. Das spart am Ende eine Menge Zeit, wenn man nicht jedesmal erst wieder die Farben aus der hintersten Ecke des Schrankes kramen muss. Ein fester Arbeitsplatz ermöglicht es Dir, Dich an Dein Bild zu setzen und weiterzumalen, wann immer Du in der Stimmung dafür bist.
  2. Verwende kein Eisenoxidschwarz in der Untermalung Deines Bildes. Diese Farbe braucht ewig, um zu trocknen. Besser ist eine Mischung, in der Gebrannte Umbra enthalten ist.
  3. Beherzige stets die alte Malerregel: fett auf mager. Das bedeutet: auf den untersten Schichten Deines Bildes musst Du sparsam mit Öl und Farbe umgehen. Bei den oberen Schichten kannst Du mehr Öl verwenden und auch dickere Farbaufträge aufbringen. Dadurch bleibt Deine Farboberfläche intakt, flexibel und bekommt später keine Risse. Außerdem trocknen die unteren Schichten besser, je weniger Öl Du verwendest. Du kannst also umso schneller weiterarbeiten.
  4. Es gibt viele verschiedene Öle, die zum Malen verwendet werden können. Als Anfänger allerdings solltest Du Dir Dein Öl oder Malmittel im Künstlerbedarf kaufen. Ich empfehle an dieser Stelle immer das langsamtrocknende Malmittel von Gerstäcker. Das ist gut und sollte den meisten Ansprüchen genügen. Ich selbst verwende es auch.
  5. Stelle Deine Bilder niemals in den Schrank oder an einen dunklen Platz, um zu trocknen. Dunkle, schlecht belüftete Räume lassen Öl und Farben vergilben. Gönne Deinen Meisterwerken einen hellen Platz mit guter Luftzirkulation. Falls Du Teppiche im Atelier hast oder aber auch Kinder oder Haustiere, dann stelle Deine Bilder am besten umgekehrt an die Wand (Rückseite zeigt nach vorn). Auf diese Weise sind Deine Bilder vor Staub, umherfliegenden Haaren oder auch neugierigen Kinderhänden geschützt.
  6. Beginne mit kleinen Leinwänden und simplen Objekten. Ein Apfel, ein Ei, eine Tasse mit Löffel, sowas. So lernst Du am besten, mit Ölfarbe umzugehen.
  7. Benutze einen Aquarell-Buntstift für Deine Vorzeichnung und Dein Raster. Das hat den Vorteil, dass Du das Raster oder die Vorzeichnung leicht mit Wasser wegwaschen kannst. Nichts ist schlimmer und unprofessioneller als ein Ölbild, bei dem noch die Bleistiftlinien des Rasters durch die Farbe schimmern.
  8. Kopiere berühmte Bilder von großen Meistern! Warum? Du wirst unglaublich viel dabei lernen. Du musst Dir keine Gedanken machen um Komposition, Farben, Thema, etc. Das hat schon ein anderer für Dich getan.
  9. Bist Du nicht sicher, ob Du den Gegenstand/das Porträt etc. richtig getroffen hast?
    Betrachte Dein Bild dann in einem Spiegel. Dadurch erhältst Du eine völlig neue Sichtweise oder Perspektive und kannst eventuelle Fehler viel schneller erkennen.
  10. Einen realistischen Himmel 
    …malt man mit Lasurpinseln. Deren Form erinnert ein wenig an einen Mopp. Diese Pinsel eignen siche hervorragend, um alle Pinselstriche wegzuarbeiten und feinste Farbübergänge und Nuancen zu schaffen.
  11. Selbstgemachte Öl-Palette
    Kauf Dir einen billigen Bilderrahmen mit Glas (oder vielleicht hast Du den sogar irgendwo rumliegen). Der Rahmen verhindert, dass die Farbe vom Rand des Glases herunterrutscht oder -läuft.
  12. Liquin
    Wenn Du 10% Liquin unter deine Faben mischst, dann erhältst Du mehr Farbe und Deine Bilder trocknen schneller.
  13. Leinöl
    Leinöl verwendet man grundsätzlich nur für die Untermalung oder die unteren Schichten eines Bildes.
  14. Schnelltrocknende Farben
    Wusstest Du, dass bestimmte Farben schneller trocknen? Dazu gehören Farben mit blei-, kobalt- und manganhaltigen Pigmenten, die mit anderen Farben gemischt werden können, um die Trocknungszeit in ihnen zu beschleunigen. Diese Farben sind ideal für Unterschichten.
  15. Farben frisch halten 
    Du kannst Deine ganze Palette in den Gefrierschrank legen, damit die Farbe für lange Zeit feucht bleibt.
  16. Tubenpresse
    Kaufe Dir eine Tubenpresse und Du wirst erstaunt sein, wieviel Farbe aus einer vermeintlich leeren Tube noch herauskommt.
  17. Bist Du beim Malen ein kleiner Schmierfink?
    Baby-Tücher sind perfekt zum Reinigen von Händen und Kunstwerkzeugen.
  18. Firnis
    Firnisse Deine Bilder nach 6 Monaten, um sie zu schützen.
  19. Arbeiten an einer bereits trockenen Leinwand
    Alla Prima oder Nass-in-Nass ist eine beliebte Ölmal-Technik. Die Zeit und die Größe des Gemäldes erlauben es jedoch nicht immer, das Kunstwerk in einer Sitzung fertigzustellen. Die Arbeit an einem trockenen Gemälde führt nicht zu diesem Mischungseffekt. Dies kann ein Problem sein, wenn weiche Farbübergänge benötigt werden.
    Um an einem trockenen Gemälde zu arbeiten, empfehle ich Dir, zuerst mit einem sauberen Tuch eine dünne Schicht Liquin oder Malmittel auf das Bild zu reiben. Die neue Farbe wird einschmelzen, wird jedoch nicht mit der vorherigen Schicht verschmelzen. So lassen sich weiche Farbübergänge sehr einfach realisieren.
  20. Dünne Linien
    Die meisten, wenn nicht alle, Ölkünstler sind frustriert gewesen, dünne Linien mit Ölfarbe zu malen, besonders wenn die Farbe noch feucht ist. Das liegt an den fetten Pflanzenölen, die dazu neigen, nicht gut zu “verlaufen” (wasserlösliche Medien sind kooperativer darin).

    Selbst das Signieren eines Gemäldes wird damit zur Zitterpartie, wenn die Signatur klein ist.

    Eine Möglichkeit, dünne Linien zu erzielen, besteht darin, zu warten, bis die Farbe auf dem Bild gut getrocknet ist. Dann mit einem sehr feinen Pinsel und mit Liquin verdünnter Farbe die Linien ziehen.
  21. Farben sauber halten
    Sei vorsichtig, wenn Du malst. Stelle sicher, dass Deine Pinsel sauber sind, bevor Du neue Farbe von der Palette aufnimmst. Sonst wirst Du Deine Farben auf der Palette verschmutzen. Es ist wichtig, die Intensität der Farben zu erhalten, also vergiss nicht, Deine Pinsel regelmäßig und oft zu reinigen – auch zwischen den Strichen, wenn nötig.
  22. Lies alles, was Dir über Ölmalerei in die Hände kommt – online, oder kauf Dir Bücher. Es gibt jede Menge Literatur darüber. Ölmalerei hat eine Geschichte von 400 Jahren, und es gibt unzählige Entwicklungen, Tipps und Tricks.
  23. Werde Mitglied in einem Malclub. Die bestehen heutzutage nicht mehr aus kleinen, alten Frauen mit violetten Haaren. Um nicht missverstanden zu werden: kleine alte Frauen mit violetten Haaren können eine großartige Gesellschaft sein. Immerhin verkörpern sie Jahrzehnte von Weisheit, Humor, Gelassenheit und tiefen Einsichten. Das ist ein wunderbares Klima, um zu arbeiten. Aber in einem Malclub lernt man auch von anderen, tauscht sich aus, erhält wertvolle Tipps, erfährt möglicherweise auch konstruktive Kritik – das wirst Du vielleicht nicht in Deinem familiären Umfeld finden.

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